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GEO & Sichtbarkeit

Wie du eine Agentur für Sichtbarkeit in KI-Assistenten auswählst

25. August 202612 Min.

Illustration: KI-generiert

Vor Kurzem stand in unserer eigenen Search Console eine Suchanfrage, die so kein Mensch bei Google eintippt. Ein deutscher B2B-Software-Anbieter beschrieb in ganzen Sätzen, dass seine Zielgruppe zunehmend in ChatGPT recherchiert statt bei Google, dass er dort empfohlen werden möchte und dass ihm dafür das interne Wissen fehlt. Dann fragte er nach Agenturen in Deutschland, die auf Sichtbarkeit in KI-Assistenten spezialisiert sind und die laufende Betreuung übernehmen, und bat ausdrücklich um konkrete Namen.

Das war kein Mensch an einer Tastatur. Das war ein Sprachmodell, das im Auftrag dieses Anbieters das Web durchsucht hat. Genau so sieht Nachfrage inzwischen aus: Die Recherche läuft im Assistenten, und wer dort nicht genannt wird, steht nicht auf der Liste.

Viele Agenturen haben darauf reagiert und „GEO", „AI Visibility" oder „Sichtbarkeit in KI-Assistenten" auf ihre Website geschrieben. Ein großer Teil davon macht weiterhin klassisches SEO und hofft, dass es für Sprachmodelle schon irgendwie mitfunktioniert. Dieser Beitrag zeigt dir, woran du eine echte Spezialisierung erkennst, welche Fragen du im Erstgespräch stellst und was auch die beste Agentur nicht versprechen kann.

Was GEO von klassischem SEO unterscheidet

Klassisches SEO optimiert auf Rankings und Klicks. Generative Engine Optimization optimiert darauf, dass eine KI deine Marke in einer synthetisierten Antwort nennt, zitiert oder empfiehlt. Das ist kein gradueller Unterschied.

AspektKlassisches SEOEchte GEO-Arbeit
ZielPosition 1 bis 3 bei GoogleNennung oder Zitation in der KI-Antwort
ErfolgsmetrikRankings, Traffic, KlickrateCitation Rate, Share of Voice, Empfehlungshäufigkeit
Wichtigste SignaleBacklinks, Keywords, technisches SEOEntitätsklarheit, autoritative Drittquellen, strukturierte Fakten
MessungSearch Console, Rank-TrackingPrompt-basierte Tests über mehrere Modelle
Zeithorizont3 bis 6 MonateWochen on-page, Monate für Off-Page-Autorität

Eine Agentur, die von „AI SEO" spricht und dir Ranking-Reports vorlegt, hat den Unterschied noch nicht verstanden. [1][2]

Der wichtigste Befund: Autorität schlägt Technik

Die bislang größte plattformübergreifende Untersuchung dazu hat 2.089 Marken über ChatGPT, Claude, Gemini und Perplexity vermessen. Ihr zentrales Ergebnis: Markenautorität sagt die Sichtbarkeit in KI-Antworten etwa dreimal so stark voraus wie die technische Optimierung der eigenen Website. In Korrelationen ausgedrückt 0,42 gegenüber 0,14, in erklärter Varianz 17,6 Prozent gegenüber 1,9 Prozent. [4]

Am deutlichsten wird das an einem Muster, das die Studie „GEO-Paradox" nennt: Unternehmen mit hervorragender technischer Aufstellung, aber schwacher Markenautorität bleiben praktisch unsichtbar. Sie haben Schema-Markup, saubere Meta-Tags, eine llms.txt und trotzdem im Schnitt einen Sichtbarkeitswert von 14 von 100. Umgekehrt werden Marken mit starker Autorität und mittelmäßiger Technik zuverlässig empfohlen.

Eine unabhängige Auswertung von 75.000 Marken kommt zum selben Schluss und benennt die stärksten Einzelsignale: Erwähnungen auf YouTube korrelieren mit rund 0,74 am stärksten mit der Sichtbarkeit, Marken-Erwähnungen im Web mit rund 0,66. Beides liegt außerhalb deiner Website. [6]

Zur Einordnung, weil dieser Beitrag sonst genau das täte, wovor er warnt: Die 2.089er-Studie stammt von einem Anbieter, der selbst ein Sichtbarkeits-Produkt verkauft. Ihre Stichprobe ist selbstselektiert, überrepräsentiert Tech- und SaaS-Firmen und enthält bewusst ungefiltert auch Privatblogs, Wochenendprojekte und frisch registrierte Domains. Ihre viel zitierte Schlagzeile, 85,7 Prozent aller Marken seien unsichtbar, ist deshalb überzeichnet. Der Befund zur Autorität hält trotzdem, weil ihn eine unabhängige Erhebung mit 75.000 Marken in dieselbe Richtung bestätigt.

1. Eigene GEO-Methodik statt umgepacktem SEO

Eine spezialisierte Agentur kann erklären, wie sie Inhalte so strukturiert, dass Sprachmodelle sie extrahieren und zitieren. Sie spricht über Entitäten-Optimierung, Schema-Stacking, Quellenlücken-Analyse und Prompt-Cluster. Wenn im Erstgespräch nur Keyword-Dichte und Backlink-Aufbau vorkommen, bekommst du SEO mit neuem Etikett. [1]

2. Messung über mehrere Engines

Sie trackt mindestens ChatGPT, Perplexity, Gemini oder Claude und Googles AI Overviews, auf Prompt-Ebene und regelmäßig. Ob mit spezialisierten Werkzeugen oder eigenem Dashboard, ist zweitrangig. Entscheidend ist, dass ein definiertes Prompt-Set wiederholt abgefragt wird und nicht gelegentlich jemand „mal reinschaut". [3]

3. Nachweisbare Veränderungen

Sie zeigt dir Vorher-Nachher-Beispiele mit benannten Prompts und belegt, was genau verändert wurde. „Wir sehen tolle Ergebnisse" ist keine Antwort. Achte darauf, dass die Belege Raten über viele Läufe zeigen und nicht einzelne Screenshots, denn eine Einzelantwort ist Zufall. [3]

4. Ein Plan für Autorität außerhalb deiner Website

Das ist nach der Datenlage der wichtigste Punkt überhaupt. KI-Antworten stützen sich stark auf Drittquellen: Fachmedien, Verzeichnisse, Bewertungsplattformen, YouTube, Community-Diskussionen. Eine gute Agentur hat einen konkreten Plan, wie du dort vorkommst, und nicht nur eine Content-Roadmap für den eigenen Blog. [4][6]

5. Technische Auffindbarkeit als Basis

Schema.org sauber umgesetzt, eine eindeutige Entitätsdefinition, Zugänglichkeit für Crawler, gegebenenfalls llms.txt. Das ist die Eintrittskarte, nicht der Wettbewerbsvorteil: Ihr Fehlen kann dich disqualifizieren, ihr Vorhandensein allein hebt dich nicht heraus. Wer dir Technik als Hauptleistung verkauft, verkauft dir die 1,9 Prozent. [1][5]

6. Transparente Kennzahlen

Vor dem Start steht fest, was gemessen wird: Citation Rate als Anteil der relevanten Prompts, in denen du genannt wirst, Share of Voice gegenüber definierten Wettbewerbern, die Position der Nennung und nach Möglichkeit nachgelagerte Effekte wie Referral-Traffic aus KI-Assistenten. [1]

7. Ehrliche Erwartungssteuerung

Sie sagt dir, was nicht geht. Garantierte Nennungen oder „in 30 Tagen auf Platz 1 bei ChatGPT" sind keine ambitionierten Ziele, sondern ein Hinweis darauf, dass jemand die Mechanik nicht verstanden hat oder darauf setzt, dass du sie nicht verstehst. [3]

Acht Fragen für das Erstgespräch

  • Zeigt mir einen Kunden, bei dem ihr die Citation Rate messbar erhöht habt. Was genau habt ihr verändert?
  • Welches Monitoring nutzt ihr für ChatGPT, Perplexity, Gemini und Claude, und in welchem Rhythmus?
  • Wie entscheidet ihr, welche Prompts priorisiert werden?
  • Wie geht ihr damit um, dass dieselbe Frage an unterschiedlichen Tagen unterschiedliche Antworten liefert?
  • Welche Hebel außerhalb unserer Website setzt ihr ein, um Autoritätssignale aufzubauen?
  • Wie sieht euer Prozess für Schema und Entitäten aus?
  • Was messt ihr nach 30, 60 und 90 Tagen, und wie sieht Erfolg konkret aus?
  • Könnt ihr jetzt live fünf echte Kaufanfragen meiner Zielgruppe durchspielen und zeigen, wer heute genannt wird?

Die letzte Frage ist die wirksamste. Wer das nicht aus dem Stand kann, arbeitet nicht täglich damit. [3][5]

Was sich nicht steuern lässt

Diesen Teil verschweigen die meisten Anbieter. Er gehört aber in jede ehrliche Entscheidungsgrundlage.

  • Einzelne Antworten sind nicht vorhersagbar. In einer Untersuchung mit rund 600 Teilnehmenden und etwa 3.000 Durchläufen war die Wahrscheinlichkeit, zweimal dieselbe Markenliste zu erhalten, geringer als 1 zu 100. Dieselbe Liste in derselben Reihenfolge lag näher bei 1 zu 1.000. Stabil ist dagegen die Häufigkeit über viele Läufe. Genau deshalb misst seriöse Arbeit Raten und keine Positionen. [7]
  • Ohne Drittquellen geht wenig. Deine eigene Website allein reicht selten. Erwähnen dich Fachmedien, Verzeichnisse und Communities nicht, bleiben die Modelle zurückhaltend. [4][6]
  • Bekanntheit entscheidet mit. Ein Audit über rund 37.000 Durchläufe zeigt, dass Marken der untersten Bekanntheitsstufen in 48 bis 52 Prozent der Fälle überhaupt nie auftauchten. Wer klein startet, startet nicht bei null, sondern unterhalb davon. [8]
  • Jede Engine tickt anders. In der 2.089er-Studie korrelierten die Zitationsraten von ChatGPT und Gemini nur mit 0,19, ChatGPT und Claude mit 0,49. Eine Marke, die in einem Assistenten häufig genannt wird, hat im nächsten annähernd eine Münzwurf-Chance. Eine einheitliche Strategie für alle Modelle scheitert daran. [4]
  • Autorität braucht Zeit. Entitätsaufbau und Erwähnungen außerhalb der eigenen Seite wirken über Monate. Technische Verbesserungen wirken schneller, ersetzen aber keine Reputation.
  • Die Darstellung gehört dir nicht. Auch wenn du genannt wirst, entscheidet das Modell, in welchem Zusammenhang und mit welchen Worten. Dass dabei veraltete Preise, längst abgekündigte Funktionen oder schlicht falsche Aussagen über dich auftauchen, ist keine Ausnahme, sondern Regelfall. [4]
  • Die Messung bleibt lückenhaft. Es gibt kein Äquivalent zur Search Console für KI-Assistenten. Alle Werkzeuge arbeiten mit Stichproben aus Prompts, auch die großen: Der breiteste öffentliche Index wertet 126 Millionen Prompts aus und bleibt trotzdem eine Stichprobe. [9]

Wer dir eine feste Position in einer KI-Antwort verkauft, verkauft dir Hoffnung statt Handwerk.

So gehst du konkret vor

  • Formuliere 20 bis 40 echte Kauf- und Vergleichsfragen deiner Zielgruppe. Keine Fragen nach deinem Markennamen, die beantwortet dir jedes Modell.
  • Stelle diese Fragen heute selbst in ChatGPT, Perplexity und Gemini. Notiere, wer genannt wird. Das ist deine Ausgangsmessung und sie kostet dich einen Nachmittag.
  • Erstelle eine Auswahlliste von drei bis vier Agenturen und stelle die acht Fragen von oben.
  • Gewichte bei der Entscheidung Messung und Methodik am höchsten, nicht Präsentation und Preis.
  • Starte mit einem klar abgegrenzten Pilotprojekt über 90 Tage, mit dokumentierter Ausgangsmessung. Ohne Baseline kann dir später niemand einen Fortschritt beweisen.

Kurze Selbsteinordnung

Dieser Beitrag ist als neutraler Auswahlleitfaden geschrieben, deshalb steht die Eigenwerbung gebündelt an einer Stelle statt verteilt im Text.

Grovia Digital ist eine Agentur für Performance Marketing und KI-Consulting mit Sitz in Dubai und Fokus auf DACH und MENA. Wir arbeiten mit B2B-Unternehmen daran, in ChatGPT, Perplexity und weiteren Assistenten genannt und empfohlen zu werden, mit messbarer Citation-Arbeit, Entitäten-Optimierung und laufender Betreuung. Ob das zu deiner Ausgangslage passt, lässt sich in einem Gespräch klären. Die acht Fragen oben darfst du uns dabei genauso stellen wie jeder anderen Agentur.

Key Takeaways

  • 1Markenautorität sagt die Sichtbarkeit in KI-Antworten rund dreimal stärker voraus als die technische Optimierung deiner Website. Technik ist die Eintrittskarte, nicht der Vorsprung.
  • 2Prüfe eine Agentur an sieben Kriterien und gewichte Messung und Methodik am höchsten. Die wirksamste Frage: fünf echte Kaufanfragen live durchspielen lassen.
  • 3Einzelne KI-Antworten sind nicht vorhersagbar, die Häufigkeit über viele Läufe schon. Wer Positionen statt Raten misst, misst Rauschen.
  • 4Garantierte Nennungen gibt es nicht. Starte mit einem 90-Tage-Pilot und einer dokumentierten Ausgangsmessung.

Quellen und Einordnung: Die Zahlen zu Markenautorität, GEO-Paradox und Plattform-Divergenz stammen aus der Loamly-Studie (2.089 Marken, Februar 2026). Sie ist Anbieter-Forschung, ihre Stichprobe ist selbstselektiert und ungefiltert; ihre Schlagzeile von 85,7 Prozent unsichtbaren Marken zitieren wir bewusst nicht, weil sie durch Privatblogs und Testdomains überzeichnet ist. Der Kernbefund zur Autorität wird durch eine unabhängige Ahrefs-Auswertung von 75.000 Marken gestützt. Alle Korrelationen sind Zusammenhänge, keine nachgewiesenen Ursachen.